Von Freital in die Welt und wieder zurück – Gemälde auf Reisen

Die Freitaler Kunstsammlung ist mit ihrer hervorragenden Kollektion Dresdner Kunst schon lange nicht mehr nur ein Geheimtipp. Kunstkenner von nah und fern, aus Freital, Dresden, ganz Deutschland und sogar aus dem Ausland kommen nach Schloss Burgk, um die hier präsentierten Gemälde von Otto Dix, Curt Querner, Oskar Zwintscher zu sehen oder die Stiftung Friedrich Pappermann zu besuchen. Es hat sich herumgesprochen, welche kunsthistorischen Kostbarkeiten hier zu finden sind.

Doch nicht alle Bilder sind permanent ausgestellt, um sie trotzdem den Kunstliebhabern zu zeigen, gehen sie manchmal auch auf Reisen. Da Freital eine außergewöhnliche Sammlung von Werken der sogenannten „Neuen Sachlichkeit“ hat, sind es vor allem jene Bilder die gern für Sonderausstellungen in diesem Kontext angefragt werden. Vor einhundert Jahren wurde mit der Ausstellung „Die Neue Sachlichkeit“ in der Kunsthalle Mannheim der heute typische und gültige Stilbegriff für jene Kunstepoche zu Beginn des 20. Jahrhunderts geprägt. Zur jetzt dort stattfindenden Jubiläumsausstellung wurden auch zwei Werke von Ewald Schönberg als Leihgaben erbeten. Das ist für das Freitaler Museum eine Erhebung in den Adelsstand.

Doch auch ein wenig weiter kann die Reise gehen: Die kleine hübsche „Hildegard“ mit ihren Mandelaugen von Heribert Fischer-Geising war im letzten Jahr gemeinsam mit den „Zwei Knaben“, den Söhnen des Künstlers, und noch vier weiteren Gemälden von Heribert Fischer-Geising in Prag und Košice zu sehen.

Der „Alte Arbeiter in der Dachkammer“ von Otto Dix verlässt ausnahmsweise die ständige Ausstellung für einen Besuch im Museum Allerheiligen in Schaffenhausen am Bodensee in der Schweiz und der „Seifenblasende Junge“, ebenfalls ein Gemälde des Künstlers Heribert Fischer-Geising, flog mit zwei weiteren Bildern vor wenigen Tagen über den „großen Teich“ nach New York, um in der Neuen Galerie New York auf der dortigen Museumsmeile, der Fifth Avenue in Manhattan, seine Seifenblasen in die Welt zu schicken.

Selbstverständlich reisen die Werke nicht in irgendeinem Koffer, sondern sorgsam verpackt in gepolsterten Klimakisten und gut betreut von Leuten, die auf einen behutsamen Transport achten und wissen, was gut oder schlecht für die Gemälde ist.

„Es ist eine Ehre für die Städtischen Sammlungen Freital, dass ihre Bilder mittlerweile weltweit gefragt sind, doch trotzdem werden solche Expeditionen immer eine Ausnahme bleiben. Wir sind stolz, diese Bilder in der Freitaler Kunstsammlung präsentieren zu können. Hier auf Schloss Burgk sollen die Freitaler Besucher die Chance haben, ihre Favoriten vor Ort auch anzutreffen“, sagt Museumsleiterin Kristin Gäbler.

Damit der Museumsbesuch spannend bleibt, wird ab und zu auch in der ständigen Ausstellung ein Bild ausgetauscht. „Kommen Sie vorbei, entdecken Vertrautes und Neues – wir begrüßen Sie herzlich.“